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Bei der Digitalisierung kommt es nicht auf die Hardware an!

„Wir kaufen uns mal ein paar neue Server, tauschen die alten Bildschirme und Laptops aus und dann haben wir die Digitalisierung schon im Griff!” Bei der Digitalisierung kommt es aber nicht auf die Hardware an. Ob Sie nun zwei oder vier Bildschirme auf ihrem Schreibtisch haben, wie schnell die Zugriffgeschwindigkeit ihrer Festplatten ist und ob Ihre Maus nun klassisch oder ergonomisch geformt ist, ist für Ihr Business letztlich nicht entscheidend. So funktioniert Digitalisierung leider nicht. Die modernste Hardware nützt nichts, wenn das Geschäftsmodell nicht mit der Technik Schritt halten kann. Das sagt beispielsweise Felix Fiege, Vorstandsvorsitzender der Fiege Logistik Holding Stiftung, in einem DVZ-Dossier zur Zukunft der Lieferketten. Seine Kernbotschaft: Nicht die Hardware, sondern die Software und Plattformen hinter den Prozessen seien entscheidend.

Roboter als Lagerarbeiter beim verpacken und komissionieren

Schluss mit analogen Schattensystemen

Es ist sicherlich keine neue Erkenntnis, dass die Lieferketten der Zukunft voll vernetzt und durchdigitalisiert sind. Das sind sie zum Teil heute bereits. Manchmal hat man allerdings den Eindruck, dass die Definitionen der Digitalisierung, recht unterschiedlich ausfallen. Die Hardware ist dabei nur die eine Seite der Digitalisierungs-Gleichung. Auf der anderen Seite stehen Software, Plattformen – und nicht zuletzt Prozesse. In der Praxis kommt es durchaus öfter vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wege finden, um mit analogen Hilfsmitteln wie handschriftlichen Notizen an einem System vorbeizuarbeiten. So entstehen dann schnell Schattensysteme, die parallel zu einem nur scheinbar voll digitalisierten Prozess ablaufen.

Umso wichtiger ist es, für das digitale Arbeiten ein ausgeklügeltes Prozessmodell zu entwickeln und umzusetzen. Welche Aufgaben erfüllt das Unternehmen? Mit welchen Informationen muss es dafür arbeiten? Im Transport Management System (TMS) unserer CargoSuite sind dafür beispielsweise von der Tariferstellung bis zur Abrechnung alle wichtigen Prozesse hinterlegt. Echte Digitalisierung heißt also, auf eine Plattform zu vertrauen, die mehr kann als analoge Prozesse in die digitale Welt zu übertragen. Eine Plattform, die einen echten Mehrwert für Ihr Business liefert – wie beispielsweise Business Intelligence oder Predictive Analytics. Denn was nützt der schnellste Rechner, wenn darauf beispielweise noch immer Excel-Dateien genutzt werden, um die Effizienz der speditionellen Tätigkeit auszuwerten? Wozu neue Serverhardware im eigenen Unternehmen aufbauen, wenn darauf alte, proprietäre Systeme installiert werden sollen, um eingeschliffene, semi-analoge Prozesse nicht verändern zu müssen? Im Blogbeitrag Herzstück neue Speditionssoftware finden Sie ein paar Hinweise zum Austausch eines TMS.

Ganz ohne moderne Hardware geht das natürlich nicht. Aber machen Sie es dabei nicht unnötig kompliziert. Überlassen Sie diesen Teil am besten denen, die sich darauf spezialisiert haben. Indem Sie einen Dienstleister nutzen, der ein zertifiziertes Rechenzentrum betreibt oder einen äußerst zuverlässigen Cloud-Service anbietet. Wer mit Thin Clients, die keine große Rechenpower liefern, über die Cloud auf vernetzte Anwendungen zugreifen und Daten nicht nur in Echtzeit auswerten, sondern sich sogar Prognosen ausgeben lassen kann, liegt dann im Vergleich ganz klar vorne. Denn die Herausforderungen für Logistiker werden in Zukunft immer komplexer. Höchste Zeit, sich dafür bestmöglich aufzustellen. Das bedeutet, den eigenen Digitalisierungsgrad nicht in Hardwarebeständen zu denken, sondern in Prozessmodellen.

Jungfernflug in die Cloud

Unter dieser Überschrift wurde der Start mit der CargoSuite Cloud-Applikation der Meier Logistik GmbH im TMS Themenheft der DVZ vom 22.09.2021 publiziert.

Ein neues Transportmanagementsystem einzuführen ist für jede Spedition eine große Aufgabe. Das gilt besonders, wenn man – im übertragenen Sinn – festen Boden  verlässt und sich für eine Cloud-Lösung entscheidet.

Der in Rottenburg am Neckar ansässige Logistiker entschied sich für die Pilotrolle die CargoSuite unter Microsoft Dynamics 365 als erster Kunde in den Wirkbetrieb zu nehmen. Die  digitale Ausrichtung des Unternehmens war und ist die Motivation technologisch ganz vorne mit dabei zu sein. Die Cloud war einer der wesentlichen Beweggründe für die Entscheidung als erster die CargoSuite in den Wirkbetrieb zu nehmen.

Bereits zum 01.07.2021 startete die Meyer Logistik GmbH mit dem neuen TMS durch. Mit Bravour wurde die Software eingeführt.  Jetzt geht es darum die wesentlichen Prozesse zu optimieren, den Funktionsumfang weiter im Unternehmen zu nutzen und sich in den Abläufen langfristig zu optimieren.

Hier geht’s zum DVZ Bericht.

German Angst: Kein modernes Märchen

Es war einmal vor langer Zeit in einem fernen Land, in dem viele innovative Pioniere lebten. Sie waren dem Geist der Zeit voraus und schufen mit viel Ideenreichtum und Unternehmergeist ein Wirtschaftswunderland. Mit Mut und Fleiß schafften es diese emsigen und engagierten Menschen, Wohlstand zu erlangen und viel Anerkennung in der ganzen Welt zu erfahren.

Doch dann geschah etwas Unerwartetes: Immer mehr bürokratische Kleinkrämerseelen tauchten auf und hinterfragten alle Ideen und fortschrittlichen Entwicklungsansätze. Nicht mehr die Chancen eines möglichen Erfolgs standen im Vordergrund, sondern vielmehr die Angst vor immer neuen Regelungen, vor strengeren Auflagen und schließlich vor dem Scheitern an sich. Wo man sich früher gerne fragte: „Wäre es nicht schön, wenn …“, verstummten nun viele. Denn immer öfter lautete die Antwort: „Aber was ist, wenn es schief geht?“

Dunkle Wolken zogen am Horizont der einst sonnigen Zukunft des Wirtschaftswunderlands auf. Es mutierte zum Land der vertanen Chancen. Denn all die kreative Energie floss nun nicht mehr in die Realisierung neuer Ideen, sondern im Ausfindigmachen von damit zusammenhängenden Bedenken.

Und wenn sie sich nicht eines Besseren besonnen haben, lamentieren sie noch heute darüber, warum etwas eigentlich nicht umsetzbar ist.

German Angst: weit verbreitet

Ein schauerlich klingendes Märchen, hinter dem leider mehr Realität steckt, als man vermuten mag. Es hat sogar einen sehr konkreten und bedauerlicherweise treffenden Namen: „German Angst“! Vor einigen Jahren bereits konnte ich Zeuge eines sehr kuriosen Vorfalls werden, der mir bis heute nicht aus dem Sinn geht. Dieses Schlüsselerlebnis hatte ich bei einer Veranstaltung des Fraunhofer IML in Dortmund. Einmal im Jahr lädt das Forschungsinstitut die Teilnehmer der „warehouse logistics“, einer Logistik-IT-Datenbank, zu einem Treffen ein. Eines der zentralen Themen ist der Einblick in aktuelle Forschungen am IML. Während der Präsentation eines wirklich interessanten Projekts geschah es: Jemand im Auditorium meldete sich zu Wort und fragte: „Ist denn das, was Sie da entwickeln, eigentlich auch Datenschutzkonform?“ Nach dieser Frage herrschte einige Zeit betroffenes Schweigen. Weder der Fraunhofer-Mitarbeiter noch viele der Zuhörer konnten recht erfassen, ob es sich um einen scherzhaften Einwand oder eine ernstgemeinte Frage handelte. Da aber niemand lachte und der Fragesteller erwartungsvoll schaute, erhielt er zur Antwort, dass das Fraunhofer IML eine Forschungseinrichtung sei. Die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien obliege den Nutzern der Forschungsergebnisse, nicht aber dem Institut.

Die Zwischenfrage wäre nicht der Rede wert, wenn sie im Rahmen einer Befragung unter zufällig ausgewählten Interviewpartnern auf einer Dorfkirmes gestellt worden wäre. Doch diese Frage kam unaufgefordert aus dem Unternehmerkreis. Ein verantwortlicher Entscheider, der die Weichen seines IT-Unternehmens stellt, dieses für die Zukunft rüstet und vermutlich genau dies als fachkompetenter Partner seinen Kunden als Leistung offeriert. Sicherlich ist Datenschutz wichtig. Gesetze sind zu beachten. Darüber muss man nicht diskutieren. Hinter dieser Frage steckt allerdings ein Mindset, das allzu verbreitet ist. Wenn es um disruptive Veränderungen geht, sind wir hierzulande eher vorsichtig. Diese kollektive Verhaltensweise der Deutschen ist vor allem im Ausland berüchtigt. Das Ganze geht sogar so weit, dass es der Begriff „German Angst“ in den alltäglichen Sprachgebrauch der wesentlich chancenorientierter denkenden US-Amerikaner geschafft hat.

 

Stärker chancenorientiert denken

Und auch, wenn (noch) viele Innovationen aus Deutschland kommen: Die damit verbundenen Chancen nutzen oft andere. Der MP3-Codec, der die Begeisterung für digitale Musik erst ermöglicht hat, wurde zwar am Fraunhofer Institut hierzulange entwickelt. Aber erst mit dem iPod aus Cupertino wurden digitale Musikspeicher zum echten Massenphänomen. Den Durchbruch von Handys ohne Tastatur erreichten ebenfalls die Damen und Herren von Amerikas Westküste. Elektroautos? Erst nachdem Tesla zeigte, dass es einen lukrativen Markt dafür gibt, wagten sich hiesige Hersteller an das Thema. Die Liste an Beispielen ließe sich beinahe beliebig lang fortsetzen und sie zeigt, dass am Stereotyp der „German Angst“, gerade im Gegensatz zur amerikanischen Chancenorientiertheit, viel mehr dran ist, als uns lieb sein kann. Oder fallen Ihnen auch nur zwei disruptive Veränderungen in Form von Produktschlagern aus hiesigen Landen der letzten Jahre ein, die dem widersprechen?

Gleichzeitig etablieren sich Begriffe wie Change-Management, disruptives Denken und Vorgehen. Wie passt das zusammen? Wie bekommen wir die Schnelllebigkeit der Veränderungsprozesse mit der uns nachgesagten „German Angst“ in Einklang?

Hermann Hesse hat einmal formuliert, dass man das Unmögliche versuchen müsse, um das Mögliche zu erreichen – er kannte vermutlich den Datenschutzkonformitätsgedanken noch nicht.

Das Streben nach dem Digitalisierungs-Glück

Digitalisierung? Alles klar! Man kauft halt ein paar neue Server oder OfficeLizenzen, aktualisiert das ERP auf die fast neueste Version – wir wollen ja nicht übermütig werden –, schickt Mitarbeiter auf Schulungen und zu guter Letzt erlaubt man sich auch noch den Luxus, ein paar Wünsche aus der Operativen zur Optimierung von Abläufen beim Softwarehersteller zu ordern. Läuft doch! 

Aber ist das wirklich alles? Macht das die Digitalisierung aus? Bereitet man damit ein Unternehmen auf die Zukunft vor?  Natürlich benötigt Digitalisierung eine moderne Infrastruktur für den Austausch von Daten, das Verweben von unterschiedlichen Plattformen und gut geschulte Mitarbeiter. Aber was es an erster Stelle braucht, ist das entsprechende Mindset. Die gedankliche Infrastruktur, wenn Sie so wollen. Denn der Prozess mit dem großen D, von dem alle reden, erfordert ein Umdenken und einen kritischen Blick auf Bestehendes. Sonst bleiben die Erfolge durch die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen weit hinter den Möglichkeiten zurück. Oder wie der frühere Vorstandschef von Telefonica Deutschland, Thorsten Dirks, es auf einen ebenso eingängigen wie zutreffenden Nenner brachte: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“  

 

Das haben wir immer schon so gemacht – jetzt eben digital 

Damit sorgte er auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung 2015 für Lacher und Zustimmung. Aber niemand ist mit erhobener Faust aufgestanden und hat aus Protest etwas erwidert. Keine Empörung. Kein Widerspruch. Dabei ist es genau das, was Viele denken. Ein Beispiel, das leider gar nicht mal weit hergeholt ist: Die analogen Arbeitsprozesse in einem Unternehmen werden evaluiert. Eine passende IT-Lösung wird gesucht, gefunden, gekauft oder gemietet, implementiert und in Betrieb genommen. Wunderbar. Und dann wird sichergestellt, dass digital möglichst alles genauso abläuft, wie es vorher analog funktioniert hat. Denn das ist seit Jahren bewährt – warum sollte sich das also bitteschön ändern? 

 

Und in dieser Einstellung liegt die Krux. Der Digitalisierungshype mutiert damit zur Pseudodigitalisierung. Das ist ungefähr genauso effizient, als würden Sie ihren modernen Computer noch immer mit Lochstreifen füttern, weil Papier ja geduldig ist. Es passt einfach nicht zusammen. Und Unternehmen, die nur auf eine solch oberflächliche Digitalisierung setzen, verpassen eine echte Chance. Die Gelegenheit nämlich, Abläufe und Prozesse zu hinterfragen, zu optimieren, zu automatisieren und alte Zöpfe einmal abzuschneiden, um damit effizienter und zukunftsfähiger zu werdenDarum sollte es doch eigentlich bei dem ganzen Prozess gehen. Digitalisierungs-Happiness kommt da jedenfalls nicht auf. Rainer Hoppe von Apari Consulting führt immer wieder in seinen Vorträgen zur Auswahl eines neuen Transport-Management-Systems (TMS) aus, dass dies heute kein reines ITProjekt mehr ist. Die Auswahl und Einführung einer (neuen) Software ist vielmehr in erster Linie ein ChangeProjekt 

 

Das Streben nach dem Digitalisierungs-Glück 

Wer also nicht nur einem Buzzword hinterherjagen und nach außen verkünden will: „Klar sind wir bei der Digitalisierung auch dabei!“, der sollte eine Declaration of Digitalisierungs-Happiness erstellen. Und die beginnt mit einem Festhalten der Ist-Situation und damit verbundenen offenen Fragen, wie sich diese durch Digitalisierung optimieren (und nicht 1:1 übersetzen) ließe. Und ebenso wichtig, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an einbezogen werden können, damit das Projekt am Ende zum Erfolg wird und alle nicht nur verstehen, warum dieser Schritt notwendig ist. Sondern damit sie den Weg auch aktiv mitgestalten können. Indem Sie Prozessverbesserungen vorschlagen. Aber auch, indem sie Sorgen im Zusammenhang mit dem Wandel äußern können und sich gehört fühlen. Die Deklaration liest sich dann vielleicht ein wenig wie ein Wunschzettel, aber erst diese grundlegende gedankliche Infrastruktur bereitet den Boden für den folgenden technischen Wandel. 

Denken Sie an die drastischen Worte von Thorsten Dirks. Dann hinterfragen Sie Ihre Prozesse zusammen mit Verantwortlichen aus der Operative und formulieren Ziele, die sie im Zusammenhang mit dem Change erfüllt sehen möchten. Wenn Sie so vorgehen, können Ihnen auch IT-Experten besser helfen, als wenn es lediglich heißt: „So ist unser Prozess heute – und jetzt übersetzen wir das 1:1 ins Digitale.“ Wer sich darauf einlässt und wirklich kritisch hinterfragt, wer bereit ist, sinnvolle Veränderungen vorzunehmen, der kann mit der Digitalisierung nicht nur sein unternehmerisches Gewissen beruhigen. Sondern der hat die Chance, wirklich etwas zu bewegen. 

 

Anaxco Blog Beitrag Bild LKW Logistiksoftware Transportmanegement Logistik-IT

Auch in der Logistik gilt: „Uber yourself before you get Kodaked“

„Never change a running system“ ist ein sehr weit verbreitetes Motto – nicht nur, aber auch in der Logistik. Es klingt nur logisch und man ist geneigt, dem unumwunden zuzustimmen. Aber eigentlich ist das nur eine andere Formulierung für: „Lassen wir alles beim Alten, denn das haben wir immer schon so gemacht.“ Und diesen Satz würden dann schon weit weniger von Ihnen guten Gewissens unterschreiben. Auch wenn er tatsächlich recht häufig praktiziert wird.

Denn mal ehrlich: Wie lange wird die ein oder andere programmierte Insellösung aus den 80ern oder 90ern in Speditionen durchgeschleppt, weil sie eben funktioniert – und ein Umstieg komplex und teuer erscheint? Und wie steht es um alte Server mit Betriebssystemen, für die es längst keinen Support mehr gibt? Auch hier gibt es genügend Beispiele für Unternehmen, die sich mit alter Hard- und Software belasten. Nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil eine Veränderung auch eine Veränderung der etablierten Prozesse bedeuten würde.

Früher Kataloge gewälzt, heute Onlineshops durchstöbert
Dabei gibt es reichlich warnende Beispiel dafür, was Unternehmen schlimmstenfalls droht, die an ihren Prozessen festhalten und sich nicht für Veränderungen öffnen wollen. Eines der prominentesten Beispiele hierzulande ist das Versandhandelshaus Quelle. Dazu folgende kleine Anekdote: Im Rahmen einer Fraunhofer IML-Veranstaltung, bei der es um Internetshops ging, fiel folgende Aussage eines damaligen Mitglieds des Managements bei Quelle: „Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass unsere Kunden auf das Vergnügen verzichten wollen, in unserem Katalog zu blättern.“ Heute müssen wir beinahe automatisch darüber schmunzeln, aber damals konnte er diesen Satz sagen, ohne ausgelacht zu werden. Immerhin erzielte Quelle 2001 einen Umsatz von fast vier Milliarden Mark – und zwar nur im ersten Halbjahr. Gleichwohl sanken die Gewinnmargen zunehmend. Und was war die daraus gezogene Konsequenz? Quelle beschloss, das Katalogsortiment neu zu gestalten. Anders als oft behauptet, blendete das Unternehmen das Onlinegeschäft aber keineswegs aus. Perspektivisch komme dem große Bedeutung zu, hieß es 2001 im Tagesspiegel. Nur blieb das klassische Versandhausgeschäft eben zu lange im Fokus, andere Onlinehändler hängten Quelle rasch ab. Acht Jahre später war das Unternehmen dann am Ende.

Ebenso wie Quelle schwor auch Kodak zu lange auf Papier: Beim Wechsel von analogen zu Digitalkameras war das einstmals riesige Unternehmen plötzlich kein Thema mehr. Neue Absatzmärkte waren nur unzureichend erschlossen und das Kerngeschäft brach zu schnell weg – das Aus für den Filmhersteller folgte prompt. Und weil sie in diesem Zusammenhang selten genannt werden, will ich auch Beispiele aus der Hard- und Softwarewelt nicht ausblenden: Computerhersteller Nixdorf, der sich auf Großrechner spezialisiert hatte, war nach Rekordumsätzen Mitte der 80er Jahre innerhalb von nur fünf Jahren schon in ernsten Schwierigkeiten und wurde 1990 von Siemens gekauft. Im heiß umkämpften Markt der Personal Computer, die immer günstiger und leistungsfähiger wurden, konnte der Computerbauer nicht mithalten. Und wenn Sie bereits in diesen Jahren schon einen Computer genutzt haben, werden Sie sich noch an Softwaretitel wie WordPro, VisiCalc oder Lotus 123 erinnern. Das waren die Standards. Kein Weg führte daran vorbei. Und was nutzen Sie heute?

„Uber yourself before you get Kodaked“
Es ist also nicht so, als wären Unternehmen aus der IT-Welt per se anpassungsfähiger. Die Frage, die alle Firmen branchenübergreifend und gleichermaßen betrifft, ist die nach Veränderungsbereitschaft. Es sollte nicht „never change a running system“ heißen, sondern „regularly change a running system.“ Oder, wie es im Silicon Valley heißt: „Uber yourself before you get Kodaked.“ In der Logistik passiert seit einigen Jahren schon einiges, das darauf hinweist, dass ein „Weiter so!“-Denken und Aufschieben von Digitalisierungsprojekten kein Garant für Unternehmenserfolg in den kommenden Jahren sein wird. Weder im Mittelstand noch für Konzerne.

Die vielbeschworenen digitalen Speditionen sind keine Übergangserscheinungen. Sicher, damit sind Investitionen verbunden. Aber die Frage sollte nicht sein, wie lange sich die noch aufschieben lassen. Denn dass sie unumgänglich sind, steht fest. Mit jedem Jahr, das vergeht, werden sie nur komplexer und teurer. Online-Frachtbörsen oder Vergleichsportale für Speditionen sind bereits Realität – und nicht erst seit gestern. In zahlreichen Anwenderberichten können Sie zudem online nachlesen, welche Effizienzgewinne Logistiker mit Soft- und Hardwareumstellungen erzielen. Oder sogar mit der kompletten Auslagerung ihrer IT-Betriebsstruktur. Was es also vor allem braucht, ist die Entschlossenheit, sich auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Bestehende Prozesse grundlegend hinterfragen. Damit Sie am Ende nicht wie Quelle darüber philosophieren, wie sie ihren Katalog schöner machen können. Sondern damit sie neue Wege einschlagen und konsequent verfolgen können.

„Digital jetzt“: Projektförderung nutzen!

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt den Mittelstand bei der Digitalisierung

mit bis zu 50 Prozent der Projektkosten.

Wir verhelfen Ihnen zur Förderung – erfahren Sie hier mehr dazu.

 

Analog war gestern

Analog war gestern

 

Prozesse digitalisieren, Systeme modernisieren, Potenziale nutzen: Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat sich auf die Fahne geschrieben, die Digitalisierung des Mittelstands voranzubringen. Die konkrete Botschaft lautet: Betriebe, die ab September 2020 IT-Projekte planen, können sich auf 50 Prozent Förderung (bis zu 50.000 Euro) freuen – wenn sie bestimmte Vorgaben erfüllen.

Mit der Initiative will das BMWi die Sicherheit von IT-Systemen stärken und die IT-Kompetenz in den Unternehmen fördern. Dementsprechend werden neben Hardware und Software auch die Weiterbildung der Mitarbeiter finanziert. Entscheidend für die Zuteilung der Förderung ist, dass der Antrag ein Gesamtkonzept darstellt, mit Status quo, Projektzielen, konkreten Vorhaben, geplanten Organisationsverbesserungen oder sogar neuen Geschäftsmodellen. Darüber hinaus sollte immer auch ein angemessener Schulungsanteil zum Umsetzungsplan gehören – damit ersichtlich wird, wie das Unternehmen mit seinen Angestellten die Verbesserungspotenziale erschließt. So will das BMWi die Wettbewerbschancen des Mittelstands verbessern.

Konkret bedeutet das für Sie, dass wir gemeinsam mit Ihnen beispielsweise Ihre IT in unser Rechenzentrum umziehen können. Dort profitieren Sie sowohl von skalierbaren IT-Kosten als auch von kostengünstigen und sicheren Hochverfügbarkeitslösungen. Dann sind Ihre Systeme gegen Fremdzugriff von außen geschützt und Sie können neuen Mitarbeitern leichter einen IT-Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Oder Sie führen eine unserer Softwarelösungen aus den Bereichen Logistik beziehungsweise Business Intelligence neu ein. Damit verbessern Sie die Organisation Ihrer Abläufe, steigern den Deckungsbeitrag und verbessern so Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Die Förderung des BMWi steht für alle Betriebe zwischen drei und 499 Mitarbeitern zur Verfügung, die ihr Digitalisierungsprojekt noch nicht gestartet haben. Sie gilt in der Regel für Projekte, die sich innerhalb von zwölf Monaten umsetzen lassen, und kann bis Ende 2023 beantragt werden.

Achtung: volle 50 Prozent Förderung gibt es nur bis zum 30.06.2021, danach verringert sich der Förderanteil. Deshalb empfehlen wir Ihnen im Sinne des Projektmottos, direkt anzufangen: „Digital jetzt“!

„Digital jetzt“ – die BMWI-Förderung im Überblick:

Wer? Unternehmen mit 3-499 Mitarbeitern mit Projektstandort in Deutschland

Was? Digitalisierung – Hardware, Software, Mitarbeiterschulungen

Wieviel? Förderung in Höhe von 50 Prozent (bis 30.06.2021, danach 40 Prozent) der Projektkosten bis 50.000 Euro (40.000 Euro ab 01.07.2021) Zuschuss (für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, 45 Prozent bis 250 Beschäftigte, darüber 40 Prozent; ab 01.07.2021 jeweils 10 Prozent geringerer Förderanteil)

Wann? Ab 07.09.2020 bis 31.12.2023

Voraussetzungen: Projektbeschreibung mit Zielen, Qualifizierungsmaßnahmen, Organisationsverbesserungen, neuen Geschäftsfeldern oder -modellen